Masters-WM Daegu | Nachbericht
Traumstart trotz sengender Hitze
Zwölf Tage lang kämpften 21 Athletinnen und Athleten aus Baden-Württemberg vom 22. August bis 3. September 2026 im südkoreanischen Daegu um Weltmeisterschafts-Medaillen. Dass die Titelkämpfe nicht nur sportlich, sondern auch physisch alles abverlangen würden, zeigte sich bereits an den ersten Wettkampftagen: Temperaturen von bis zu 35 °C und ein eng getakteter Zeitplan machten die Titelkämpfe zu einer echten Belastungsprobe. Das Team BW ließ sich davon jedoch nicht beirren und legte mit gleich drei Goldmedaillen am ersten Tag einen Traumstart hin.
Martina Meissner triumphiert im Mehrkampf und sprintet zu Bestzeiten
Besonders in den Mehrkampf- und Wurfdisziplinen demonstrierte die baden-württembergische Delegation ihre Klasse. Im Siebenkampf der W45 feierte Martina Meissner (LAC Essingen) einen souveränen Start-Ziel-Sieg: Nach Disziplinsiegen über 80 Meter Hürden (12,57 sec) und im Kugelstoßen (10,31 m) baute sie ihren Vorsprung im Speerwurf mit neun Metern Abstand zur Konkurrenz uneinholbar aus. Mit 4.976 Punkten und fast 400 Zählern Vorsprung krönte sie sich hochverdient zur Weltmeisterin. Dass Meissner zu den vielseitigsten Athletinnen der Titelkämpfe gehörte, untermauerte sie in den Folgetagen eindrucksvoll: Neben Bronze mit der 4x100-Meter-Staffel und Edelmetall über die kurzen Hürden sprintete sie über die anspruchsvollen 400 Meter Hürden in persönlicher Bestzeit von 1:09,73 Minuten zu einer weiteren Bronzemedaille.
Goldserien im Wurf: Heiler und Schardt dominieren
Für absolute Glanzpunkte bei den Senioren sorgte Roland Heiler (LAG Obere Murg) in der Altersklasse M85. Im Kugelstoßen sicherte er sich souverän den Titel und legte im Diskuswurf nach: Mit einer Siegesweite von 29,92 Metern hätte jeder seiner vier gültigen Versuche für WM-Gold gereicht – ein überragendes Doppel-Gold für den baden-württembergischen Routinier.
Auch Bettina Schardt (MTG Mannheim) avancierte in der W50 zur dominierenden Werferin: Nach Silber im Diskuswurf und Gold im Hammerwurf ließ sie im Gewichtwurf den zweiten Weltmeistertitel folgen, als sie das 7,26 kg schwere Gerät im letzten Versuch auf siegbringende 14,78 Meter beförderte. Auf dem Treppchen stand ebenso Paul Emck (LAC Essingen), der sich im Diskuswurf der M55 mit einer Bestweite von 47,69 Metern in einem packenden Duell gegen die US-Konkurrenz die Silbermedaille erkämpfte.
Staffelerfolge und packende Sprint-Duelle
Im Sprint- und Sprungbereich zeigte sich das Team BW gleichermaßen medaillenreif: Rebecca Dürr (TB Bad Cannstatt) sammelte gleich dreimal Edelmetall – nach Gold im Dreisprung und Bronze mit der Staffel sprintete sie im W40-Finale über 200 Meter in einem packenden Finish nach 26,34 Sekunden hauchdünn zu Bronze. Die baden-württembergischen 4x100-Meter-Staffeln der W35 und W45 rundeten das starke Mannschaftsergebnis mit jeweils Bronze im Daegu Stadium ab.
Am Abschlusstag setzten die Läuferinnen über die Langsprint-Distanz noch ein echtes Ausrufezeichen: In der 4x400-Meter-Staffel der W40–W45 brachten Martina Meissner, Daniela Kliche, Sarah Schraub und Schlussläuferin Rebecca Dürr den Staffelstab nach hervorragenden 4:10,36 Minuten ins Ziel – ein hochklassiger Abschluss für ein ohnehin meisterschaftswürdiges Team.
Starker Kampfgeist in den Mehrkämpfen
Abgerundet wurde der starke Auftritt durch beachtliche Mehrkampf-Leistungen: Eva Schwarz (SSV Ulm 1846) steigerte sich über die abschließenden 800 Meter deutlich und beendete ihren W40-Siebenkampf mit 3.546 Punkten auf einem starken vierten Platz. Gerd Eggert (LAZ Mosbach/Elztal) bewies im M60-Zehnkampf nach Rückschlägen im Diskuswurf große Moral, gewann den finalen 1.500-Meter-Lauf souverän in 5:45,38 Minuten und belegte mit 4.124 Punkten Rang neun.
Die Masters-WM in Daegu hat die enorme Breite und Spitzenqualität der baden-württembergischen Leichtathletik eindrucksvoll unterstrichen. Von den Wurfringen über die Tartanbahn bis hin zu den Mehrkämpfen präsentierte sich das Team BW nicht nur anpassungsfähig gegenüber den extremen klimatischen Bedingungen, sondern auch nervenstark in engen Entscheidungen. Mit mehreren Doppel- und Dreifachmedaillengewinnerinnen sowie einer geschlossenen Teamleistung fällt die Bilanz der Titelkämpfe in Südkorea durchweg positiv aus.
Medaillenübersicht
GOLD
- Bettina Schardt (MTG Mannheim) | Hammerwurf W50 | 46,33 Meter
- Bettina Schardt (MTG Mannheim) | Gewichtwurf W50 | 14,78 Meter
- Leif Timmermann (MTG Mannheim) | Kugelstoß M60 | 15,47 Meter
- Rebecca Dürr (TB Bad Cannstatt) | Dreisprung W40 | 11,66 Meter
- Roland Heiler (LAG Obere Murg) | Kugelstoß M85+ | 11,17 Meter
- Roland Heiler (LAG Obere Murg) | Diskuswurf M85+ | 29,92 Meter
- Martina Meissner (LAC Essingen) | Siebenkampf W45 | 4.976 Punkte
- 4x400 Meter W40-W45 (Martina Meissner, Daniela Kliche, Sarah Schraub, Rebecca Dürr) | 4:10,36 Minuten
SILBER
- Martina Meissner (LAC Essingen) | 80 Meter Hürden W45 | 12,52 Sekunden
- Bettina Schardt (MTG Mannheim) | Diskuswurf W50 | 41,32 Meter
- Paul Emck (LAC Essingen) | Diskuswurf M55 | 47,69 Meter
- Rebecca Dürr (TB Bad Cannstatt) | Weitsprung W40 | 5.52 Meter
BRONZE
- Daniel Schäfer (LSV 1864 Ladenburg) | Speerwurf M45 | 53,87 Meter
- Martin Griebel (LG Bodensee) | Stabhochsprung M40 | 3,25 Meter
- 4x100 Meter W45 (Martina Meissner, Tatjana Schilling, Daniela Kliche, Iris Opitz) | 51,83 Sekunden
- 4x100 Meter W35 (Miriam Glassner, Rebecca Dürr, Sarah Schraub, Jennifer Gartmann) | 50,09 Sekunden
- Rebecca Dürr (TB Bad Cannstatt) | 200 Meter W40 | 26,34 Sekunden
- Martina Meissner (LAC Essingen) | 400 Meter Hürden W45 | 1:09,73 Minuten
- Miriam Glassner (PTSV Konstanz) | 100 m Hürden W35 | 15,39 Sekunden